Snaps Hamburg – Nach Kleinigkeiten greifen

Fangen wir doch einfach beim Namen an... Snaps, von ‚to snap‘ abgeleitet, was soviel bedeutet wie: nach Kleinigkeiten greifen. Und genau das ist das Konzept des charmanten Stores im Herzen des Hamburger Karolinenviertels.  

Wenn man den Laden betritt, fühlt sich im ersten Moment ein klein wenig übermannt ob der Masse und Vielfalt der Produkte. Wie soll man denn hier etwas finden... Ich gestehe, so ging es mir beim ersten Mal auch. Doch ist man erst einmal eingetaucht, ist es wie eine kleine Reise, man geht einmal hindurch, wieder zurück, und wieder nach vorn und während man sich umschaut, findet man – liebevoll arrangiert und dekoriert eine Fülle an bezaubernden, lustigen, inspirierenden und teils putzigen Dingen, von denen man bis vor kurzem nicht wusste, dass es sie gibt und vor allem, dass man sie eventuell auch brauchen könnte. Dies ist nicht falsch zu verstehen im Sinne von „sinnlosem“ Konsum unwichtiger Dinge. Von dekorativen Vasen, Schalen und Gefäßen über handgefertigten Schmuck über Papeterieartikeln bis zu Wohnaccessoires in Form von Decken und Kissen und „klassische“ Geschenkartikel findet man einfach alles.

Wer steckt hinter Snaps?

Ich setze mich mit Thea Cohrs, der Inhaberin vor ihr Geschäft, um ein wenig mehr über sie zu erfahren. Während sie uns einen Kaffee im Café gegenüber organisiert, lasse ich die Umgebung auf mich wirken. Die Marktstrasse im Karoviertel ist geprägt von kleinen und unabhängigen Läden für Kleidung, Designartikel von Cafés und Kiosken, teils leicht skuril, teils edel.

Thea kommt zurück und ich beginne sie auszufragen...

Wie lang machst du das schon, Thea? Wie kam es dazu? Ist das eine Herzensangelegenheit? Bist du deko-vernarrt? War es eine Herzensangelegenheit?

Nun, zu meiner Überraschung passierte alles recht spontan, erfahre ich von Thea. Im Jahr 2016 wurden die Räumlichkeiten des heutigen Geschäfts frei. Olli, ein guter Freund, so schildert mir Thea, hatte vorher dort seinen Laden. Und so kam eins zum anderen, ganz simpel. Er wollte raus und sie ergriff die Chance. Sofort kommt mir der Gedanke, dass dies eine Art Herzensangelegenheit sein muss. Mitnichten, höre ich zu meiner Überraschung. Thea bezeichnet sich selbst überhaupt nicht als die klassische „Dekomaus“, sie ist das ganze sehr pragmatisch angegangen, hatte kein Konzept in dem Sinne, sondern hat einfach mal angefangen. Okay, ein wenig hatte sie schon in der Branche zu tun, Hat lange, unter anderem im Alsterhaus im Verpackungsshop gearbeitet oder verschiedenen Geschäfte dekoriert. Ich halte kurz inne mit meinen Fragen, denn wieder kommt jemand aus der Nachbarschaft vorbei, es gibt eine herzliche Begrüßung, einen kurzen Schnack und Thea widmet sich wieder mir und meinen Fragen.

Wie schaut es denn bei dir zuhause aus, will ich wissen. In meinem Kopf ist ein Bild, das der Einrichtung ihres Ladens gleicht.

Zuhause hält sie es eher dezent, höre ich zu meiner Überraschung. Kein Gedöns, eher clean und pragmatisch beschreibt sie ihren Einrichtungsstil. Sie hat die Übernahme des Geschäfts als einmalige Chance gesehen und angefangen, ohne ein genaues Konzept, ohne Planung. Das mag erstmal etwas merkwürdig klingen, doch ich finde genau dadurch ist der Laden zu dem gewachsen, was er heute ist.

Warum gerade hier im Karolinenviertel?

Das hat sich so ergeben, wobei für Thea kein anderer Stadtteil in Frage kam.

Wie hat sich Corona auf das Geschäft ausgewirkt?

Am Anfang war es schon schwer, gerade für ein solch kleines und von Laufkundschaft abhängiges Geschäft. Aber... Not macht erfinderisch und deshalb hat Thea kurzerhand einen kleinen Aushang ins Schaufenster gepackt mit der Überschrift „Schaufenstereinkauf“. Simpel wie genial. Man sucht sich einen Artikel, den man unbedingt haben möchte aus, schickt eine Nachricht und bekommt ihn am nächsten Tag bzw. nach Absprache vor die Tür gestellt. Bezahlt wird via Überweisung oder Paypal.

Nach unserem Gespräch bin ich beeindruckt und freue mich, dass es diese kleine und charmante Geschäft gibt. Wie viele andere auf der Marktstraße auch. Genau das macht dieses Viertel aus, weit ab vom Konsumrummel der Innenstadt und selbst das sehr beliebte Schanzenviertel kommt einem im Vergleich dazu vor, wie die Mö am Samstagnachmittag. In Zukunft will sich Thea noch ein wenig mehr darauf konzentrieren, was man wirklich braucht, was nachhaltig ist und Sinn macht.

Mehr zu Snaps findet ihr hier.

Euer Robert Müller

 

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