Unverpackt-Läden – Das Shopping der Zukunft für unsere Zukunft!

Dass Verpackungsmüll einen großen Teil zur Umweltverschmutzung beiträgt, ist uns wohl allen schmerzlichst bewusst. Allein In Deutschland entstehen pro Jahr etwa 18,9 Tonnen Verpackungsmüll, das sind 227 kg pro Kopf. Die Alternative? Unverpackt einkaufen! Aber dass das gar nicht so einfach ist, stellt sich spätestens beim nächsten Gang in den Supermarkt heraus. „So kann das doch nicht weiter gehen!“ dachten sich unter anderem Monique und Bernd aus Köln und schafften so selbst eine Alternative, um ihren Mitmenschen den müllfreien Einkauf zu erleichtern. Ihr Shop Veda ist heute einer von deutschlandweit über 150 Unverpackt-Läden und trägt somit maßgeblich zu einem nachhaltigeren Lebensstil bei! In einem Interview erzählt Monique uns mehr über das Shopping der Zukunft:

UDO - Unverpackt-Läden – Das Shopping der Zukunft für unsere Zukunft!

Udo: „Wie kam es dazu, dass ihr einen Unverpackt-Laden eröffnet habt?“
Monique: „Mein Lebensgefährte Bernd Daut und ich kommen eigentlich nicht aus dem Einzelhandel, sondern aus dem Marketing und aus der Industrie. Uns störte der immer größer werdende Abfallhaufen, den wir selbst im Alltag produzierten, wenn wir nach einem Einkauf die Lebensmittel auspackten. Lange lebten wir in Amsterdam. In den Niederlanden sind die Lebensmittel noch häufiger in Plastik verpackt als in Deutschland, besonders in den üppigen Convenience-Abteilungen. Ein Schlüsselerlebnis war, als ich im holländischen Supermarkt in der Gemüseabteilung vor den Auberginen stand – jede einzelne Aubergine war in Plastik eingeschweißt! Also begannen wir damit unser Gemüse nicht mehr im Supermarkt, sondern beim libanesischen Gemüsehändler um die Ecke einzukaufen, der Obst und Gemüse unverpackt anbot. Beim Käsehändler brachten wir unsere eigenen Gefäße mit und baten darum, die Produkte nach dem Abwiegen dort einzupacken. Das war alles ein wenig umständlicher, aber machbar, und eigentlich hat man nach einer kurzen Umgewöhnungsphase gar nicht mehr über den Mehraufwand nachgedacht. Durch das Verändern unseres Einkaufverhaltens haben wir schnell und sichtbar viel Plastikabfall eingespart und wir fragten uns: „Wie viel Plastikmüll kann vermieden werden, wenn mehr Leute unverpackt einkaufen? Und warum machen sie es nicht? Was sind die Hürden?“. Aus „Umfragen“ im Freundes- und Bekanntenkreis hörten wir heraus, dass eigentlich jeder gerne im Unverpackt-Laden einkaufen würde, aber diese wären „zu weit weg“ und „zu teuer“. Also beschlossen wir, selbst einen Laden zu eröffnen – ein Laden, in dem wir selbst gerne einkaufen würden, mit fair gehandelten Lebensmitteln, so preisgünstig wie eben möglich und mit Produkten für eine breite Zielgruppe.“

Udo: „Was gibt es bei euch zu kaufen?“
Monique: “Bei uns gibt es alles, was man für den täglichen Bedarf braucht: Pasta und Reis, Hülsenfrüchte und Ölsaaten, Getreide, Müsli und Flocken, Milch-Frischeprodukte, Honig, Marmelade, Senf & Saucen, Backzutaten, Brotbackmischungen, Essig, Öl, Gewürze, Süßes, Kaffee, Tee, Wein & Spirituosen, Seifen, Feste Shampoos und Dusch-Bars, Drogerieartikel, Waschmittel, Reiniger, Küchenhelfer, Toilettenpapier und Taschentücher, Kartoffeln… Nicht alle Produkte werden unverpackt angeboten. Mehle und Backmischungen bieten wir aus hygienischen Gründen in Papiertüten an, die im Altpapier entsorgt werden können. Die Marmeladen, der Honig und das Rübenkraut verkaufen wir in Gläsern, die die Produzenten zurücknehmen,
reinigen und neu befüllen. Das gilt auch für die Weinflaschen.“

UDO - Unverpackt-Läden – Das Shopping der Zukunft für unsere Zukunft!

Udo: „Nach welchen Kriterien wählt ihr eure Lieferanten aus?“
Monique: „Als wir unser Sortiment planten, suchten wir viele Lieferanten aus der Umgebung, um die Lieferwege so kurz wie möglich zu halten. Unsere Seifen kommen zum Beispiel aus Rommerskirchen, die Milch und die Eier aus dem Bergischen Land und Kartoffeln und Öl aus Niederkassel. Bei der Auswahl der Weine dehnten wir den Begriff „regional“ auf „aus Deutschland kommend“ aus, da wir keine guten Weine in der direkten Umgebung fanden. Unser Bio-Wein und die Bio-Brände beziehen wir daher aus Franken. Unser Trockensortiment erhalten wir über einen Naturkost-Großhändler. Wichtig bei allen Lieferanten ist uns, dass die Produkte fair gehandelt wurden und sofern sie nicht vegan sind, beim Produzenten auf das Tierwohl geachtet wird.“

Udo: „Eure Tipps für mehr Zero-Waste im Alltag? Was würdet ihr „Anfängern“ raten?“
Monique: „Kauft euer Gemüse beim Gemüsehändler oder auf dem Wochenmarkt und lasst euch das Gemüse in mitgebrachte Beutel oder Tüten packen oder unverpackt in den Einkaufskorb legen. Für spontane Käufe solltet ihr immer einen Beutel im Gepäck haben. Ein guter Einstieg in ein plastikfreies Leben ist auch die Umstellung auf feste Shampoos und Duschseifen. Damit könnt ihr dauerhaft jede Menge Plastikflaschen aus dem Badezimmer verbannen. Achtet bei euren Einkäufen darauf, ob es umweltfreundliche Alternativen zu den Produkten gibt, die ihr kaufen möchtet. Kauft zum Beispiel eine Spülbürste aus Holz anstatt aus Plastik oder wählt einen Reiniger, den man nachfüllen kann und der die Gewässer nicht belastet. Wichtig ist, dass man nicht dogmatisch an die Umstellung geht. Jeder muss für sich selbst herausfinden, was zu seinem Leben passt.“

Udo: „Gibt es noch etwas, was Du unserer Community mit auf den Weg geben möchtest?“
Monique: „Vielen Menschen wird immer klarer, dass das bisherige Konsumverhalten den Planeten an die Grenzen seiner Belastbarkeit gebracht hat. Der Klimawandel ist für alle ein spürbares Phänomen geworden. Nicht nur bei der jüngere Generation besteht der Wunsch, die Umwelt zu erhalten und in der Gesellschaft hat ein Prozess des Umdenkens begonnen. Bislang lag der Fokus beim Müllproblem auf dem Recyceln und der Wiederverwertung des Abfalls. Ein Drittel des Abfalls, der in der Gelben Tonne landet, ist jedoch gar nicht recyclingfähig oder wird nicht recycelt, sondern verbrannt. Besser ist es also, erst gar keinen Abfall zu produzieren. Zero-Waste wird daher in der Zukunft ein zentrales gesellschaftliches Thema sein.“

UDO - Unverpackt-Läden – Das Shopping der Zukunft für unsere Zukunft!

Du möchtest mehr über Veda erfahren oder Monique und Bernd einen Besuch abstatten?


Dann bist Du hier genau richtig:
https://www.veda-unverpackt.de
VEDA Shop unverpackt
Subbelrather Straße 299
50825 Köln


Du suchst einen Unverpackt-Laden in Deiner Nähe?
Dann schau doch mal hier vorbei:
https://unverpackt-verband.de